Arbeitseinsatz vom Samstag, 29. Juni 2019: «Kampf den Neophyten»

Am Samstag, dem 29. Juni besammelte sich kurz vor acht Uhr bei herrlichem Sonnenschein eine Schar Unverdrossener im lauschigen Wald voller fröhlichem Vogelzwitscher. Es sollte erneut den Neophyten, also Ausländern – invasive Fremdpflanzen, wie beispielsweise das Einjährige Berufskraut  oder das Drüsige Springkraut (am Kleinen Springkraut, zwar auch ein Neophyt aber gut in unsere Umwelt integriert, hatten wir als Kinder doch immer so Spass, wenn die Samenkapseln bei der leisesten Berührung förmlich explodierten) – an den Kragen gehen. Dies nun schon im sechsten Jahr. Das diesjährige lange kalte Wetter hielt die Fremdlinge länger in Schach als in anderen Jahren und der Zeitpunkt «zur Ernte» schien goldrichtig gewählt zu sein.

 

Franz Schneider, auch in diesem Thema ein alter Fuchs, teilte die vierzehn Helfer in mehrere Gruppen ein und wies ihnen entsprechende Gebiete zur Bearbeitung zu. Getränke wurden noch abgegeben und schon ging's los. In den Wald um die Remetschwiler Waldhütte bis über das Kreuz auf der Kulmination zwischen Reuss- und Limmattal gegen Staretschwil hinüber. Die Sonne gewann an Kraft und den Fremdlingen ging's an Stiel und Wurzel. Bald schon fanden sich erste Haufen ausgerissenen «Unkrauts» an den verschiedenen Wegrändern.

Der verdiente Kaffee mit Gipfeli brachte die einzelnen Gruppen dann am Grillplatz beim Kreuz für eine kurze Verschnaufpause zusammen, eh es gut gelaunt und lachend aufs Neue an die Arbeit ging. Auch wenn das Unterholz oft in stacheliger Form daherkommend die Arbeit nicht immer angenehm machte, liessen sich die Unverzagten nicht verdriessen und rissen aus, was auszureissen geboten war. Einige waren um die Mittagszeit kaum zu bremsen, hatten sie doch mitten im Tann, vermischt mit hohem Farn, einen lohnenswerten Fund gemacht, und sie stürzten sich förmlich ins Gewimmel. Erst der strenge Ruf von Franz Schneider zum Grillieren im Forstschopf bei der Remetschwiler Waldhütte konnte sie von weiteren Erfolgen abhalten.

 

So ging bei Speis und Trank ein erfolgreicher Arbeitsmorgen gerade rechtzeitig vor der grossen Hitze zu Ende und klang bei gemütlichem Zusammensitzen am Grill mit Wurst und Brot, Bier und Wasser langsam aus. Abgelöst wurde unser Einsatz nahtlos mit dem Remetschwiler Waldumgang der Ortsbürger.

 

Es bleibt dem Schreibenden lobend anzumerken, dass vier Freiwillige vom Schützenverein den Weg zu uns fanden und tatkräftig mithalfen. Verdanken möchte er auch den Einsatz von Walti und Monika für Kaffee und Grill sowie Franz Schneider für die unbürokratische Organisation des Einsatzes und den vielen anderen Helfern aus unserem Verein und vom Gemeinderat (der Finanzchef liess es sich nicht nehmen, allzeit nach dem Rechten zu schauen, dass ja keine einheimischen Blümchen unter die Räder kamen). So verging ein insgesamt vergnügter Morgen mit sinnvollem Hintergrund.

 

Alex Hauenstein

 

Nachtrag: Vier Vorstandsmitglieder konnten es nicht lassen und machten sich zwei Wochen später nochmals auf, um wenigstens einem Teil des Restbestandes an Goldruten erneut auf den Leib zu rücken. Es heisst dran bleiben, denn bis zu 300 Pflanzen können auf einem Quadratmeter sprossen, und die Verbreitung erfolgt durch flugfähige Samen, die mit bis zu 12 000(!) Stück pro Spross ausgebildet werden. Die Goldrute ist übrigens die häufigste invasive Pflanze der Schweiz.